, Thomas Böhler

EUROW Ottensheim 16./17. Mai 2026

Mit einem 7-köpfigen Team war der RV Wiking bei der diesjährigen EUROW in Ottensheim vertreten. Das herausragende Resultat lieferte Leyla Scherer-Özcan mit einer Silbermedaille im Schülerinnen-Einer, eine weitere A-Finalplatzierung gab es durch Madeleine Stenzel im Juniorinnen-A-Einer.

Die EUROW war durch sehr wechselhaftes Wetter gekennzeichnet – am Samstag regnete es nahezu pausenlos, während der Sonntag wieder trocken und teilweise sonnig war.

Für die beiden Bregenzer Juniorinnen B Madeleine Stenzel und Lilli Sinz hatte die EUROW eine größere Bedeutung, stellte sie doch den alleinigen Qualifikationswettkampf für die Olympic Hopes Regatta dar, die im Juni in Kruszwica (Polen) stattfindet. Da der gemeinsame Doppelzweier heuer erst wenig Rennerfahrung hatte und Madeleine gleichzeitig im Einer recht gut unterwegs war, ging sie neben dem Doppelzweier auch im Einer an den Start. In beiden Bootsklassen war klar, dass es starke Konkurrenz gab und nur das jeweils bestplatzierte Boot der Junioren-B-Klasse nominiert werden würde. Da die Olympic Hopes Regatta über 2000 m ausgetragen wird, mussten die Aspiranten in der Junioren-A-Klasse mitrudern (Wettkampfdistanz 2000m, nicht 1500m wie bei den Junioren B).

Bei den Rennen über 2000m wurde heuer erstmals in Österreich das neue Aufstiegsreglement der FISA verwendet, nachdem im Allgemeinen nur der Vorlaufsieg die Qualifikation für das A-Finale bedeutete (bei 8-12 Booten die ersten beiden Vorlaufränge), die restlichen Finalplätze werden wie bei einem Time Trial nach der Laufzeit, also unabhängig von der Platzierung vergeben. Bei den Rennen über 1000 und 1500m galt dagegen weiterhin der bisher in Österreich übliche Aufstiegsmodus nach Platzierung bzw. bei mehr als 18 startenden Booten mittels Time Trial.

 

Juniorinnen-A-Doppelzweier (Jahrgang 2008/09, Wettkampfdistanz 2000m)

11 startende Boote – Madeleine Stenzel/Lilli Sinz starteten im 1. Vorlauf und waren nach den ersten 500m noch im Spitzenfeld dabei, im weiteren Verlauf stimmte aber die Harmonie im Boot leider nicht mehr und sie konnten v.a. ihre direkten Konkurrentinnen um einen Platz bei der Olympic Hopes Regatta aus Salzburg nicht mehr halten. Während diese sich mit dem 2. Vorlaufrang für das A-Finale qualifizierten und damit ihre Chance auf eine Qualifikation wahrten (wie auch eine Renngemeinschaft Ister Linz/Wels aus dem anderen Vorlauf), verpassten Madeleine/Lilli mit dem 4. Vorlaufrang bzw. der 7. Laufzeit aller 11 Boote das A-Finale. Da damit die Qualifikation bereits nach dem Vorlauf leider nicht mehr möglich war, wurde das Boot vom sonntägigen B-Finale zurückgezogen, um Madeleine zu schonen, die im Einer noch eine Chance auf eine Qualifikation hatte.

 

Juniorinnen-A-Einer (Jahrgang 2008/09, Wettkampfdistanz 2000m)

Es waren eigentlich nur 18 Boote am Start, dennoch wurde ein Time Trial durchgeführt. Madeleine Stenzel musste sich nach der Enttäuschung im Doppelzweier neu fokussieren und ruderte einen recht guten Time Trial: Sie konnte sich als 6. für das A-Finale qualifizieren und hatte damit am Sonntag noch eine (wenn auch kleine) Chance auf die Olympic Hopes Regatta. Neben ihr waren 2 weitere Juniorinnen B im A-Finale: Mia Profoß (Pöchlarn), die aber eine Kandidatin für höhere Aufgaben ist, und Lia Sommeregger (Albatros Klagenfurt) mit den Rängen 2 und 3 im Time Trial. Madeleines Zeit im Time Trial war deutlich (um knapp 9 s) langsamer als die der fünftplatzierten Sabine Pfaffeneder (Pöchlarn) – alles andere als ein klarer 6. Platz wäre also eine Überraschung gewesen.

Im A-Finale am Sonntag ruderte Madeleine ein mutiges Rennen – nach sehr schnellem Start war sie bei der Streckenhälfte 5. und noch im Kampf um Platz 3 dabei, musste auf der 2. Streckenhälfte und vor allem auf den letzten 300 m dem hohen Anfangstempo doch etwas Tribut zollen und wurde im Endspurt noch von Pfaffeneder überrudert, womit der eigentlich zu erwartende 6. Platz blieb – der Rückstand war aber deutlich geringer als noch im Time Trial (z.B. nur noch gut 2 s auf Pfaffeneder). Die Qualifikation für die Olympic Hopes war damit zwar verpasst, auf ihre Leistung als Juniorin B das A-Finale erreicht zu haben und dort gut mitgerudert zu sein darf Madeleine aber dennoch stolz sein. Dass jemand wie sie bei der Olympic-Hopes-Qualifikation durch den Rost fällt, sollte dringend ein Anstoß zum Überdenken des Qualifikationssystems sein.

 

Schülerinnen-Einer (Jahrgang 2012 und jünger, Wettkampfdistanz 1000m)

Leyla Scherer-Özcan hatte bei der Regatta in Bled das B-Finale gewonnen, nun sollte der nächste Schritt nach vorne folgen: Bei 20 startenden Booten erreichte Leyla den tollen 2. Rang und qualifizierte sich damit souverän für das sonntägige A-Finale.

Dort ruderte Leyla von Anfang an im Spitzenfeld mit. Die Top-Favoritin und Siegerin des Time Trials Lilo Hager (Albatros Klagenfurt) konnte sich zwar bald etwas absetzen, dahinter konnten sich aber auch Leyla und Katerina Hrušková (Trebon) im Kampf um den 2. Platz vom Rest des Feldes absetzen. Im Endspurt setzte sich Leyla um rund 2 s gegen Hrušková durch und erreichte 7,5 s hinter Hager den 2. Rang und damit die Silbermedaille – herzliche Gratulation!

 

Schüler-Einer (Jahrgang 2012 und jünger, Wettkampfdistanz 1000m)

Auch für Christoph Baaken-Buchrieser stand bei 20 startenden Booten am Samstag ein Time Trial auf dem Programm. Ein 13. Rang bedeutete ein knappes Verpassen des B-Finales, anderseits konnte man erwarten, dass er im C-Finale im Spitzenfeld mitrudern würde.

Im C-Finale lag Christoph bei der Streckenhälfte auf dem 3. Rang, trat auf den letzten 250 m aber einen wirklich sehenswerten Endspurt und konnte den Lauf noch recht klar, nämlich gut 3 Sekunden vor Lukas Scharler (Normannen Klosterneuburg) gewinnen – Gesamtrang 13.

 

Junioren-B-Doppelzweier (Jahrgang 2010/11, Wettkampfdistanz 1500m)

Für Fidelio Balcz/Moritz Röser gab es bei 15 startenden Booten 3 Vorläufe – im 3. Vorlauf, der sich als der schnellste herausstellte, lagen die beiden nach 500m noch auf dem 4. Rang, konnten das Tempo des restlichen Felds dann aber nicht mehr halten und kamen auf dem 5. Rang ins Ziel, was für den Sonntag das C-Finale bedeutete.

Im C-Finale ruderten Fidelio und Moritz für sich ein gutes Rennen – von Anfang an klar in Führung liegend gewannen sie den Lauf deutlich, auch sie belegten damit den 13. Gesamtrang.

 

Junioren-B-Einer (Jahrgang 2010/11, Wettkampfdistanz 1500m)

Lorenz Speckle ruderte sein erstes Einer-Rennen – 25 startende Boote bedeuteten einen Time Trial, in dem er den 24. Rang belegte. Beim sonntägigen D-Finale passierte den Schiedsrichtern am Start ein Fauxpas, da das Rennen vor der eigentlichen Startzeit gestartet wurde, wodurch Lorenz den Start schuldlos verpasste.

Ergebnisse:
Samstag
Sonntag